Kosten & Wirtschaftlichkeit
Lieferando-Provision berechnen — Formel, Rechner und Beispiele
Wie viel kostet dich Lieferando wirklich? Die Formel, die Prozentsätze, Rechenbeispiele für Pizzeria, Sushi und Imbiss — und der Break-Even-Punkt, ab dem ein eigenes Bestellsystem günstiger wird.
Wer als Gastronom Lieferando nutzt, zahlt bei jeder Online-Bestellung einen Umsatzanteil ab. Was auf dem Papier nach einem einfachen Modell klingt — kein Abo, nur bei Umsatz — frisst in der Praxis oft mehr Marge als eine Mitarbeiter-Stunde. In diesem Artikel findest du die genaue Formel, konkrete Rechenbeispiele für verschiedene Restaurant-Typen und den Punkt, ab dem ein eigenes Bestellsystem günstiger ist.
Die Formel
Die Berechnung der Lieferando-Provision ist simpel, aber überraschend unintuitiv — vor allem, wenn man die Summe übers Jahr hochrechnet. Hier ist die Kern-Formel:
Formel
Monatliche Provision (€) = Bestellungen × Durchschnittsbon (€) × Provisions-Prozentsatz
Beispiel: 200 Bestellungen im Monat × 30 € Durchschnittsbon × 14 % = 840 € Provision pro Monat. Das sind 10 080 € im Jahr, ohne dass ein einziger Cent davon in deine Küche, dein Personal oder deine Miete fließt.
Welche Prozentsätze berechnet Lieferando?
Lieferando arbeitet 2026 mit mehreren Tarif-Modellen, die sich durch Provisions-Höhe, Lieferung (selbst oder durch Lieferando-Fahrer) und optionale Marketing-Boosts unterscheiden. Die genauen Werte variieren je nach Region und Vertrag, bewegen sich aber in diesen Größen:
Lieferando-Tarifmodelle 2026 (Richtwerte)
| Modell | Provision | Lieferung durch | Marketing-Fees |
|---|---|---|---|
| Basis (Selbst-Lieferung) | 13 % | Restaurant | optional |
| Standard | ~19 % | Restaurant oder Lieferando | optional |
| Premium (Lieferando-Fahrer) | ~30 % | Lieferando-Fahrer | inklusive |
Dazu kommen
Je nach Vertrag zusätzlich: 0,3 %–1,5 % Zahlungsabwicklungs-Fee bei Kartenzahlung des Gastes, optionale „Premium-Placement"-Pakete (50–400 €/Monat), und gelegentliche Promo-Mitfinanzierung bei Rabattaktionen.
Rechenbeispiele für drei Restaurant-Typen
Beispiel 1: Pizzeria mit 250 Bestellungen / Monat
Eine typische mittelgroße Pizzeria in einer deutschen Kleinstadt: 250 Online-Bestellungen im Monat, Durchschnittsbon 28 €, Basis-Tarif mit 14 % Provision. Die Jahres-Rechnung:
| Posten | Monat | Jahr |
|---|---|---|
| Bestellungen × Bon | 250 × 28 € = 7 000 € | 84 000 € |
| Provision 14 % | 980 € | 11 760 € |
| gastro25 Flatrate | 69 € | 828 € |
| Ersparnis | 911 € | 10 932 € |
10 932 €
Jahres-Ersparnis bei 250 Bestellungen/Monat
Quelle: Rechnung auf Basis öffentlicher Lieferando-Tarife 2026
Beispiel 2: Sushi mit 150 Bestellungen / Monat
Sushi-Betriebe haben höhere Durchschnittsbons (oft 40–50 €), niedrigere Bestellvolumina und landen häufig im Premium-Tarif, weil Kurier-Lieferung einen schnellen Ablauf garantieren soll.
| Posten | Monat | Jahr |
|---|---|---|
| 150 × 45 € × 20 % | 1 350 € | 16 200 € |
| gastro25 Flatrate | 69 € | 828 € |
| Ersparnis | 1 281 € | 15 372 € |
Beispiel 3: Imbiss mit 400 Bestellungen / Monat
Imbiss / Döner-Läden haben typischerweise hohe Bestellvolumina bei niedrigem Bon — dann frisst selbst die Basis-Provision viel von der sowieso schon knappen Marge.
| Posten | Monat | Jahr |
|---|---|---|
| 400 × 10 € × 14 % | 560 € | 6 720 € |
| gastro25 Flatrate | 69 € | 828 € |
| Ersparnis | 491 € | 5 892 € |
Der Break-Even-Punkt
Der Break-Even ist der Punkt, ab dem eine Flatrate wie gastro25 günstiger ist als eine Provisionslösung. Er hängt von deinem Durchschnittsbon ab — je höher der Bon, desto schneller lohnt sich die Flatrate, weil jede einzelne Provisions-Zahlung größer ist.
Break-Even-Formel
Mindest-Bestellungen / Monat = 69 € ÷ (Durchschnittsbon × 14 %)
Break-Even gegenüber 14 % Provision
| Durchschnittsbon | Break-Even-Bestellungen / Monat |
|---|---|
| 10 € | 50 Bestellungen |
| 20 € | 25 Bestellungen |
| 30 € | 17 Bestellungen |
| 45 € | 11 Bestellungen |
Selbst bei extrem niedrigen Bons (z. B. reine Snack-Bars mit 10 € Durchschnittsbon) liegt der Break-Even bei nur rund 50 Bestellungen im Monat — eine Größenordnung, die die meisten gastronomischen Betriebe deutlich überschreiten.
Beispiel für Pizzerien ansehen
Wie Größen, Beläge, halb-halb-Pizzen und Lieferzonen in einem eigenen Shop abgebildet werden.
Beispiel für Döner-Läden und Imbisse ansehen
Mit Fokus auf niedrige Bons, hohe Frequenz und schnelle Abholung.
Beispiel für Sushi-Restaurants ansehen
Vorbestellungen, hohe Warenkörbe und Allergenlogik für asiatische Karten.
Was Provision neben Kosten noch bewirkt
Reine Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Provisions-Modelle haben strukturelle Folgen, die sich nicht direkt bilanzieren lassen, die Betriebe aber langfristig prägen:
- Kundendaten gehören der Plattform: Name, E-Mail, Telefon, Bestellhistorie bleiben bei Lieferando. Stammgäste können nicht direkt adressiert werden.
- Markenbildung wird gebremst: Gäste assoziieren die Bestellung mit Lieferando, nicht mit dem Betrieb. Wiedererkennung auf Portal-Ebene, nicht auf Restaurant-Ebene.
- Abhängigkeit von Algorithmen: Ranking-Änderungen, Ausschluss-Verfahren und Gebühren-Erhöhungen laufen ohne Widerspruchsmöglichkeit.
- Marketing-Co-Financing: Rabattaktionen werden oft anteilig vom Restaurant mitfinanziert, was die effektive Provision pro rabattiertem Verkauf noch erhöht.
Wann lohnt sich der Wechsel?
Pragmatische Faustregel: Ab ~50 Online-Bestellungen pro Monat ist eine Flatrate in nahezu jeder Konstellation günstiger als eine 14 %-Provision. Bei 150+ Bestellungen gewinnt die Flatrate auch, wenn die Provision nur 10 % beträgt. Bei 250+ Bestellungen wird die jährliche Ersparnis typischerweise fünfstellig.
Zur Lieferando-Alternative
Siehe auch: Direkter Feature-Vergleich gastro25 vs. Lieferando inklusive Migrations-Leitfaden.
FAQ
Weitere Fragen dazu
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