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Kosten & Wirtschaftlichkeit

Lieferando-Provision berechnen — Formel, Rechner und Beispiele

Wie viel kostet dich Lieferando wirklich? Die Formel, die Prozentsätze, Rechenbeispiele für Pizzeria, Sushi und Imbiss — und der Break-Even-Punkt, ab dem ein eigenes Bestellsystem günstiger wird.

9 Min Lesezeit2.100 Wörter

Wer als Gastronom Lieferando nutzt, zahlt bei jeder Online-Bestellung einen Umsatzanteil ab. Was auf dem Papier nach einem einfachen Modell klingt — kein Abo, nur bei Umsatz — frisst in der Praxis oft mehr Marge als eine Mitarbeiter-Stunde. In diesem Artikel findest du die genaue Formel, konkrete Rechenbeispiele für verschiedene Restaurant-Typen und den Punkt, ab dem ein eigenes Bestellsystem günstiger ist.

Die Formel

Die Berechnung der Lieferando-Provision ist simpel, aber überraschend unintuitiv — vor allem, wenn man die Summe übers Jahr hochrechnet. Hier ist die Kern-Formel:

Formel

Monatliche Provision (€) = Bestellungen × Durchschnittsbon (€) × Provisions-Prozentsatz

Beispiel: 200 Bestellungen im Monat × 30 € Durchschnittsbon × 14 % = 840 € Provision pro Monat. Das sind 10 080 € im Jahr, ohne dass ein einziger Cent davon in deine Küche, dein Personal oder deine Miete fließt.

Welche Prozentsätze berechnet Lieferando?

Lieferando arbeitet 2026 mit mehreren Tarif-Modellen, die sich durch Provisions-Höhe, Lieferung (selbst oder durch Lieferando-Fahrer) und optionale Marketing-Boosts unterscheiden. Die genauen Werte variieren je nach Region und Vertrag, bewegen sich aber in diesen Größen:

Lieferando-Tarifmodelle 2026 (Richtwerte)

ModellProvisionLieferung durchMarketing-Fees
Basis (Selbst-Lieferung)13 %Restaurantoptional
Standard~19 %Restaurant oder Lieferandooptional
Premium (Lieferando-Fahrer)~30 %Lieferando-Fahrerinklusive

Dazu kommen

Je nach Vertrag zusätzlich: 0,3 %–1,5 % Zahlungsabwicklungs-Fee bei Kartenzahlung des Gastes, optionale „Premium-Placement"-Pakete (50–400 €/Monat), und gelegentliche Promo-Mitfinanzierung bei Rabattaktionen.

Rechenbeispiele für drei Restaurant-Typen

Beispiel 1: Pizzeria mit 250 Bestellungen / Monat

Eine typische mittelgroße Pizzeria in einer deutschen Kleinstadt: 250 Online-Bestellungen im Monat, Durchschnittsbon 28 €, Basis-Tarif mit 14 % Provision. Die Jahres-Rechnung:

PostenMonatJahr
Bestellungen × Bon250 × 28 € = 7 000 €84 000 €
Provision 14 %980 €11 760 €
gastro25 Flatrate69 €828 €
Ersparnis911 €10 932 €

10 932 €

Jahres-Ersparnis bei 250 Bestellungen/Monat

Quelle: Rechnung auf Basis öffentlicher Lieferando-Tarife 2026

Beispiel 2: Sushi mit 150 Bestellungen / Monat

Sushi-Betriebe haben höhere Durchschnittsbons (oft 40–50 €), niedrigere Bestellvolumina und landen häufig im Premium-Tarif, weil Kurier-Lieferung einen schnellen Ablauf garantieren soll.

PostenMonatJahr
150 × 45 € × 20 %1 350 €16 200 €
gastro25 Flatrate69 €828 €
Ersparnis1 281 €15 372 €

Beispiel 3: Imbiss mit 400 Bestellungen / Monat

Imbiss / Döner-Läden haben typischerweise hohe Bestellvolumina bei niedrigem Bon — dann frisst selbst die Basis-Provision viel von der sowieso schon knappen Marge.

PostenMonatJahr
400 × 10 € × 14 %560 €6 720 €
gastro25 Flatrate69 €828 €
Ersparnis491 €5 892 €

Der Break-Even-Punkt

Der Break-Even ist der Punkt, ab dem eine Flatrate wie gastro25 günstiger ist als eine Provisionslösung. Er hängt von deinem Durchschnittsbon ab — je höher der Bon, desto schneller lohnt sich die Flatrate, weil jede einzelne Provisions-Zahlung größer ist.

Break-Even-Formel

Mindest-Bestellungen / Monat = 69 € ÷ (Durchschnittsbon × 14 %)

Break-Even gegenüber 14 % Provision

DurchschnittsbonBreak-Even-Bestellungen / Monat
10 €50 Bestellungen
20 €25 Bestellungen
30 €17 Bestellungen
45 €11 Bestellungen

Selbst bei extrem niedrigen Bons (z. B. reine Snack-Bars mit 10 € Durchschnittsbon) liegt der Break-Even bei nur rund 50 Bestellungen im Monat — eine Größenordnung, die die meisten gastronomischen Betriebe deutlich überschreiten.

Beispiel für Pizzerien ansehen

Wie Größen, Beläge, halb-halb-Pizzen und Lieferzonen in einem eigenen Shop abgebildet werden.

Beispiel für Döner-Läden und Imbisse ansehen

Mit Fokus auf niedrige Bons, hohe Frequenz und schnelle Abholung.

Beispiel für Sushi-Restaurants ansehen

Vorbestellungen, hohe Warenkörbe und Allergenlogik für asiatische Karten.

Was Provision neben Kosten noch bewirkt

Reine Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Provisions-Modelle haben strukturelle Folgen, die sich nicht direkt bilanzieren lassen, die Betriebe aber langfristig prägen:

  • Kundendaten gehören der Plattform: Name, E-Mail, Telefon, Bestellhistorie bleiben bei Lieferando. Stammgäste können nicht direkt adressiert werden.
  • Markenbildung wird gebremst: Gäste assoziieren die Bestellung mit Lieferando, nicht mit dem Betrieb. Wiedererkennung auf Portal-Ebene, nicht auf Restaurant-Ebene.
  • Abhängigkeit von Algorithmen: Ranking-Änderungen, Ausschluss-Verfahren und Gebühren-Erhöhungen laufen ohne Widerspruchsmöglichkeit.
  • Marketing-Co-Financing: Rabattaktionen werden oft anteilig vom Restaurant mitfinanziert, was die effektive Provision pro rabattiertem Verkauf noch erhöht.

Wann lohnt sich der Wechsel?

Pragmatische Faustregel: Ab ~50 Online-Bestellungen pro Monat ist eine Flatrate in nahezu jeder Konstellation günstiger als eine 14 %-Provision. Bei 150+ Bestellungen gewinnt die Flatrate auch, wenn die Provision nur 10 % beträgt. Bei 250+ Bestellungen wird die jährliche Ersparnis typischerweise fünfstellig.

Zur Lieferando-Alternative

Siehe auch: Direkter Feature-Vergleich gastro25 vs. Lieferando inklusive Migrations-Leitfaden.

FAQ

Weitere Fragen dazu

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